Wind- & Motormühle St. Petrus

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in Roggel

Die Windmühle am Nijken ist die einzige erhalten gebliebene Mühle von Roggel. Sie steht ziemlich weit außerhalb des Dorfs an der Straße nach Meyel. Am 6. Oktober 1900 erhielt Peter Johannes Hubertus Rutten die Genehmigung zum Bau einer Windmühle auf dem Nijkerfeld. 1901 nahm die neue Steinberggetreidemühle ihren Betrieb auf. Jean oder Sjang Rutten wurde in Nunhem geboren und war zunächst Müller in der Leumühle. Nach Fertigstellung der Windmühle im Jahr 1901 zog er nach Roggel. Im nächsten Jahr ließ Rutten neben der Windmühle ein Wohnhaus mit Scheune und Stall bauen, sodass er auch Vieh halten konnte. 1914 stellte er in einer Kasematte des Mühlenhügels einen Sauggasmotor und unten in der Windmühle einen Mühlstuhl auf, der aus einem Holzsteinbett auf einem gemauerten Sockel bestand. Der noch immer existierende Mühlstuhl verfügt über einen Antrieb mit konischen Zahnrädern und einem Mahlgang aus 15-er Kunststeinen. Der Motor und der Gasgenerator wurden von der „Arnhemse Machinefabriek G.A. Aalsche & Co“, einer Fabrik, die zu Beginn des Jahrhunderts Petroleum- und Gasmotoren sowie komplette Mahlanlagen produzierte, gebaut und aufgestellt. Am Ende der zwanziger Jahre wurde der Motor durch einen Dekkersmotor ersetzt, der in Roosendaal (Nordbrabant) angefertigt wurde. Zu Beginn der vierziger Jahre wurde ein Elektromotor aufgestellt. Anfangs spürte Raemaekers eine gewisse Konkurrenz von Rutten. Um sich dagegen behaupten zu können, stellte Raemaekers eine kleine Motormühle in einer Bauernscheune auf, die ganz in der Nähe der Windmühle von Rutten stand. Diese Mühle war nur kurze Zeit in Betrieb.

Neben dem Lohnmahlen betrieb die Familie Rutten in den zwanziger und drei-ßiger Jahren auch noch einen Getreide-, Kunstdünger- und Brennstoffhandel. Außerdem waren einige Räume des Müllerhauses als Gaststätte eingerichtet. Nach dem Tod von Sjang Rutten wurde der Betrieb von seiner Witwe Anna Maria Rutten-Vestjens zusammen mit den beiden Söhnen unter dem Namen „de erven J. Rutten“ 1921 fortgeführt. Sie besaß die Hälfte des bloßen Eigentums; die andere Hälfte gehörte den vier Kindern Anna Maria Gertrudis, Jacobus Hubertus, Gertrudis Huberta und Wilhelmus Henricus Hubertus. Nach ihrem Tod fand 1924 eine Erbauseinandersetzung statt, bei der die drei letzten Kinder die Mühle mit Haus, Stall, Garten und Bauland erhielten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Betrieb vergrößert und die Windmühle verbessert. 1946 wurde ein Lagerraum gebaut, für den der größte Teil der Rückseite des Hügels abgetragen wurde. In diesem Jahr wurde eine andere Rute angebracht, die von der Windmühle von Raemaekers stammte. Auf beiden Ruten wurde das Van Bussel-Stromliniensystem angebracht. Diese Arbeiten hat der damals 80-jährige Mühlenbauer Sjang Hendrickx aus Beegden mit seinem Bruder Sjef aus Heel ausgeführt. 1953 wurde eine weitere Renovierung durchgeführt. Kurz danach stellte die Windmühle ihren Betrieb ein. 1960 verkauften die Erben Rutten den Betrieb an Johannes Gerardus Hubertus und Hubertus Josephus Antonius Coenen, Müller und Viehfutterhändler in Heythuysen.

Die Windmühle wurde nicht genutzt und verfiel. Die Firma Coenen stellte einige Jahre später den Betrieb in Roggel ein. 1969 verkauften sie die Windmühle an die Gemeinde Roggel und das Haus, das in der Nähe der Provinzstraße stand, zusammen mit der Scheune an die Provinz. 1972 wurde das schlichte charakteristische Müllerhaus abgerissen. Die Windmühle wurde 1975 von der Firma Gebr. Adriaens aus Weert restauriert und wieder betriebsbereit gemacht. Unter anderem wurden zwei neue Derckxruten mit einer Länge von 24,50 m angebracht, die mit holländischen Sprossen ausgestattet wurden. Außerdem wurde der Stert mit Drehwinde, das Haubendach und die Böden erneuert. Auf dem Steinboden befinden sich ein Mahlgang aus 17-er blauen deutschen Steinen und ein Mahlgang aus 17-er Kunststeinen. Nach Abschluss der Reparaturarbeiten erhielt die Mühle den Namen „St. Petrus“ nach dem Schutzpatron von Roggel. Seit der Restaurierung mahlen jeden Samstag Freizeitmüller in der Mühle.

1983 wurde die Motormühle durch den Kauf eines Thomassen-Dieselmotors von 40 PS mit einer Mindestdrehzahl von 255 Umdrehungen in der Minute vervollständigt. Die Gemeinde Roggel kaufte den Motor aufgrund eines Hinweises des Müllers Van Woezik von der Wasserbehörde „De Hoge en Lage Weide“ (= Die hoch- und die tiefliegende Weide) in Utrecht, wo er seit 1930 den Polder „De Lage Weide" trockenhielt. Das Abpumpen des Wassers war überflüssig geworden, als der Polder mit aufgespültem Sand zu einem Industriegelände erhöht wurde. Van Woezik montierte den Motor, und die Gemeinde ließ den Maschinenraum renovieren. Am 28. Juni 1987 wurden die Windmühle und der Dieselmotor mit einem Mühlenfest offiziell in Betrieb genommen.

© P.W.E.A. van Bussel “De Molens van Limburg”. Die Genehmigung zur Veröffentlichung wurde vom Sohn des Verfassers erteilt,

Öffnungszeiten: Samstag von 09:00 bis 13:00 Uhr und nach Vereinbarung.

Adresse: Nijken 24, 6088 NR Roggel, Telefon: (+31) (0)6-25507748 oder (+31) (0)6-54613755